
Karin, welche besonders schönen Erlebnisse gab es für dich in der Arbeit? Alles! (lacht) Besonders schön ist die Projektarbeit, bei der man lange gemeinsam auf ein Ziel hin arbeitet. Sei es ein Musical, sei es die Begleitung der ehrenamtlichen Arbeit. Letztere war am schönsten. Und wenn Jugendliche trotz schwieriger Biographie sich verselbstständigen, ihren eigenen Weg gehen, ansatzweise eigene Träume verwirklichen.
Was ist schwer in der Kinder- und Jugendarbeit? Kinder- und Jugendarbeit ist nicht „ein bisschen Billard spielen“. Es ist eine sozialpädagogisch hoch anspruchsvolle und wichtige Tätigkeit. Man braucht immer wieder viel Kraft, um der Motor zu sein, man muss immer wieder viel Motivationsarbeit leisten. Man muss immer gut drauf sein, auch wenn man selber nicht gut drauf ist, das heißt professionell zu sein.
Die Leute reden manchmal von der „Jugend von heute“. Was so gesagt wird, die Jugend könnte nichts und sei faul, ist falsch. Die Jugendlichen haben viel Potential. Sie sind auf der Suche und engagiert. Man muss ihnen Anreize bieten. Sie wollen etwas tun, aber auch etwas dafür haben. Nichts Materielles, sondern Freunde finden, ernst genommen werden, in einer Gemeinschaft sich aufgehoben fühlen.
Gibt es eine Art Motto für deine Arbeit? Gemeinschaft schaffen und gemeinsam Freude haben! Und: Nur als gutes Team kannst du etwas erreichen.
Kannst du das „JoJo“ in einem Wort zusammen fassen? Begeisterung – große Familie – starkes Team.
Was verbindest du mit Kirche? Gemeinschaft. Zusammensein. Gemeinsam etwas miteinander machen. Viele Jugendliche sind einsam. Die Kirche sollte der Einsamkeit, dass jeder nur für sich ist, etwas entgegen setzen.
Was siehst du kritisch in der Gemeinde? Ich wünsche mir mehr Interesse für die Kinder- und Jugendarbeit. Wichtig ist auch mehr Wertschätzung für die ehrenamtliche Arbeit. Ein Danke wird oft vergessen.
Welches biblische Bild gefällt dir? Die Arche Noah. Alle sind verschieden und doch zusammen, ganz kunterbunt. Das Bild des Hauses aus lebendigen Steinen ist auch sehr passend für die Kinder- und Jugendarbeit. Kantige, runde, eckige, kleine und große Steine bilden zusammen ein Ganzes.
Was würdest du der zukünftigen Jugendarbeit mit auf den Weg geben? Die Ehrenamtlichen zu lieben und zu ehren. Alles für sie zu tun, damit es ihnen gut geht. Herzlich und offen zu sein für jeden, der kommt. Aufmerksam zu sein für die Bedürfnisse. Gemeinschaftserlebnisse zu fördern. Auch gute Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig.
Wohin führt dich dein neuer Weg? Ich arbeite in einer eigenen Praxis in Weiden als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Ich kann Kindern, Jugendlichen und Eltern in ihren Sorgen und Nöten helfen. Spannend ist, intensiver mit dem Einzelnen arbeiten zu können. Ich werde mich aber weiter für die Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde einsetzen. Wenn du einen Traum verwirklichen könntest ...? In Italien am Meer und in der Sonne zu leben...